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Ein Praktikum während Corona geht nicht? – Geht doch!

Junge Frau am Schreibtisch vor einem Computer und blickt in die Kamera.

Praktika sind ein wichtiger Schritt in Richtung Berufsleben. Denn mit jedem Praktikum steigen nicht nur eure Deutschkenntnisse, sondern auch die erlernten Fähigkeiten und dadurch die Chancen fürs spätere Berufsleben. Das Corona-Virus begleitet uns nun schon seit vielen Wochen und stellt uns alle vor große Herausforderungen. Aber gerade jetzt kann die Zeit genutzt werden, um sich durch Praktika neues Wissen anzueignen.

Wie das funktioniert? Die 20-jährige Lara hat ihr Praktikum im Februar bei einer PR-Agentur in München begonnen. Nach nur vier Wochen ihres Praktikums wurde aufgrund der Corona-Pandemie die gesamte Agenturarbeit ins Homeoffice verlagert – einschließlich Praktikanten. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen.

„Im Homeoffice lernte ich Selbstorganisation und Zeitmanagement“

Lara hatte sich ihr Praktikum wohl etwas anders vorgestellt. Die Germanistik-Studentin wollte während ihres Studiums den Büroalltag in einer Agentur kennenlernen. Aufgrund der Corona-Pandemie verlagerte sich die gesamte Agentur dann ins Homeoffice. Lara wurde mit einem Laptop ausgestattet und sollte ihrer Arbeit von zu Hause aus nachgehen: „Ich hatte befürchtet, dass ich mein Praktikum abbrechen muss. Umso schöner war es dann, die Möglichkeit zu haben, auch während Corona weiter zu machen“.

Dass die Umstellung für keinen der Beteiligten leicht wird, war von Anfang an klar. Doch Lara fand sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit schnell in den neuen Alltag ein: „Ich fand es cool, vor einer ganz neuen Herausforderung zu stehen, an der ich schlussendlich wirklich gewachsen bin. Ich bin viel selbstständiger geworden. Wenn etwas nicht gleich funktioniert hat, habe ich erst versucht, selbst eine Lösung zu finden, bevor ich kurz nachfrage. Dadurch habe ich gemerkt: ich schaffe das auch alleine! Bei Fragen waren meine Kolleginnen oder Kollegen aber immer per E-Mail, Microsoft Teams oder Telefon zu erreichen, so konnte ich auch schwierigere Aufgaben schnell lösen.“

In der Zeit, in der sie von zu Hause arbeitete, konnte Lara vor allem ihr Zeitmanagement verbessern. Montags startete ihre Woche mit einem Telefonat mit den Praktikums-Betreuerinnen der Agentur, bei dem die anstehende Woche und geplante Aufgaben besprochen wurden. Dann konnte sie ihre Aufgaben selbstständig auf die Woche verteilen: „Diese Selbstorganisation hat mir sehr geholfen. Man lernt schnell, seine Aufgaben auf die jeweiligen Tage und Wochen aufzuteilen und Deadlines einzuhalten.“ Natürlich stand sie auch unter der Woche im ständigen Austausch mit ihren Betreuerinnen: „Für jede Aufgabe war eine klare Ansprechperson definiert, die mir bei Fragen helfen konnte. So wusste ich immer, an wen ich mich wenden kann und alle waren sehr geduldig und hilfsbereit“.

Anfänglich kann die neue Situation natürlich etwas überfordernd sein, da die Berufswelt an sich schon eine neue Situation darstellt. Man ist gezwungen, sich seinen Tag selbstständig einzuteilen und benötigt vor allem am Anfang viel Unterstützung durch das Unternehmen. Aber wie Lara selbst herausfinden durfte: Es lohnt sich! Sie zieht ein positives Fazit aus der besonderen Situation: „Ich bin sehr froh, dass ich das Praktikum machen durfte. Trotz der Arbeit von zu Hause habe ich sehr viel gelernt. Jetzt fühle ich mich auf jeden Fall gewappnet für mein späteres Berufsleben.“

Wo liegen die größten Herausforderungen?

Ein großer Nachteil der Arbeit im Homeoffice ist natürlich der fehlende persönliche Kontakt. Mithilfe von digitalen Tools wie Microsoft Teams, Skype oder Zoom kann das Unternehmen hier jedoch entgegenwirken. Als Praktikant*in solltet ihr die Möglichkeit haben, in regelmäßigem Kontakt zu euren Kolleginnen und Kollegen zu stehen. Neben der wöchentlichen Besprechung von Aufgaben können auch kurze, gemeinsame Kaffee-Pausen oder tägliche Updates dabei helfen, im Unternehmen anzukommen, das Berufsbild besser kennenzulernen und einen Raum für offene Fragen zu haben. Nutzt jede Möglichkeit, um euch auszutauschen und alles kennenzulernen. Um ein Praktikum im Homeoffice zu absolvieren, sollte euch das Unternehmen einen Laptop mit Zugang auf den Server des Unternehmens bereitstellen und euch die benötigten Programme erklären – dann steht eurem Praktikum auch während Corona nichts im Weg!

Weitere Informationen zu Praktika findest du hier.

Praktika während Corona – Tipps für Unternehmen

Corona kann sich also auch im Praktikums-Bereich als Chance herausstellen. Denn gerade jetzt können junge Geflüchtete und Zugewanderte ihre Zeit gut nutzen, um sich ein Bild von dem gewünschten Ausbildungsberuf zu machen und sich Wissen anzueignen, das ihnen nach Corona helfen kann, eine passende Ausbildungsstelle oder Festanstellung zu finden. Unternehmen sollten das Praktikumsangebot während Corona nicht vernachlässigen – denn früher oder später werden Nachwuchskräfte benötigt und wie sich zeigt, braucht es nur wenige Anpassungen, um ein Praktikum auch jetzt durchführen zu können. Dank verschiedener Tools können Arbeitsaufträge per Chat oder Videokonferenz und mit Bildschirm-Übertragung leicht erklärt werden. Einige Aufgaben oder die Verwendung von Tools und Programmen müssen aufgrund der besonderen Situation womöglich mehrfach erklärt werden – hier heißt es vor allem auf Unternehmensseite: Geduld bewahren! Wichtig ist zudem, aktuelle Informationen zu Praktikums- und Ausbildungsplätzen z.B. auf der Website bereitzustellen, sodass sich Interessierte jederzeit über Möglichkeiten informieren können.

Hier finden Sie weitere Informationen für Unternehmen.

- Hauptförderer - vbw
- Projektträger - SW
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