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Gegen Alltagsdiskriminierung: „Argumentationstraining – Souverän im Umgang mit Stammtischparolen“ für Lehrkräfte und Unternehmensvertreter

Drei Seminarteilnehmer bei der Gruppenarbeit im Seminar Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

Wie kann ich auf Stammtischparolen und rassistische Äußerungen souverän reagieren? Zu diesem Thema können sich Schulleiter, Lehrkräfte und Mitarbeiter in Unternehmen nun kostenlos weiterbilden lassen.

sprungbrett into work-Projektleiterin Christina Schned bietet im Rahmen des Programms der SCHULEWIRTSCHAFT Akademie ein „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ an.

Im Interview erzählt sie, welche Vorteile das Training mit sich bringt und was Interessierte wissen müssen.

Frau Schned, was ist das „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“?

Häufig ist man Parolen oder Aussagen ausgesetzt, auf die man nicht sofort entsprechend reagieren kann. Wenn es sich dann auch noch um Menschen handelt, die man mag, fällt es besonders schwer. Das Argumentationstraining ist ein Training im Workshop-Format, das dazu befähigen soll, auf Stammtischparolen richtig zu reagieren, sich selbst eine Stimme zu verleihen und klar zu dem zu stehen, was man sagt.

An wen richtet sich das Angebot?

Das Argumentationstraining richtet sich an Ausbildungs- und Personalleiter, Lehrkräfte und Schulleiter, die den Workshop für sich oder ihre Mitarbeiter*innen oder Schüler*innen buchen können. Im Grunde kann aber jeder daran teilnehmen, der Interesse hat.

Wie läuft ein Training ab?

Zu Beginn des Trainings gibt es eine theoretische Einführung in die Thematik. Hier wird erklärt, worauf es in jeder guten Kommunikation ankommt. Die Teilnehmer lernen, ohne Blockade in ein Gespräch zu gehen und andere Meinungen zuzulassen. Außerdem sammeln wir klassische Stammtischparolen, anhand derer wir Gegenpositionen herausarbeiten. Im zweiten Teil des Workshops finden schließlich Rollenspiele statt, um entsprechende Situationen einzuüben.

Warum haben Sie das Angebot bei sprungbrett into work eingeführt?

Da ich in der Arbeit mit jungen Geflüchteten häufig selbst mit Stammtischparolen konfrontiert war, habe ich eine Multiplikatoren-Ausbildung gegen Stammtischparolen im Netzwerk Politische Bildung Bayern absolviert. Ich wollte es aber auch Lehrkräften anbieten, da sie im Unterricht ebenfalls Stammtischparolen ausgesetzt sind. Hinzu kam der durch die Flüchtlingsthematik aufkommende Populismus. Ich möchte mit dem Angebot gegenhalten. Deshalb führte das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. das Argumentationstraining bei sprungbrett into work ein.

Haben Sie persönliche Erfahrung mit Alltagsdiskriminierung gemacht?

Persönlich nicht. Aber auch ich traf im Bekanntenkreis häufig auf Parolen, bei denen ich nicht wusste, wie ich darauf reagieren sollte. Also zog ich mich lautlos zurück. Dieses lautlose Zurückziehen und bestimmte Meinungen stehen lassen, wollte ich irgendwann nicht mehr. Ich entschied mich dafür, mich für einen besseren und konstruktiven Umgang mit Menschen einzusetzen. So kam ich auf die Idee für das Argumentationstraining gegen Stammtischparolen.

Was macht das Angebot so interessant?

Lehrkräfte, Führungskräfte oder Ausbilder*innen sind Vorbilder. Für sie ist es interessant, weil sie den konstruktiven Dialog vorleben und ihn dadurch fördern. Jungen Menschen bietet sich durch das Training wiederum ein Weg zu einer offenen Haltung. In unserer heutigen Zeit ist das besonders wichtig, weil es die Grundlage für Demokratie und Demokratiebildung ist. Deshalb sollte es bereits jungen Menschen vermittelt werden. Das Training kann ihnen außerdem helfen, der Meinung der Erwachsenen souveräner entgegenzutreten, was nicht immer leicht ist.

Was erhoffen Sie sich durch das Argumentationstraining gegen Stammtischparolen?

Generell wünsche ich mir eine gemäßigtere Sprache und einen offenen Austausch. Dass die Menschen vernünftig miteinander reden. Wenn ich dafür einen minimalen Beitrag leisten kann, freue ich mich.

Wie häufig finden die Trainings statt und welche Kosten entstehen den Teilnehmern?

Das Training findet im Rahmen eines 3-Stunden-Workshops oder eines Ganztagestrainings statt. Es gibt aber keine regelmäßigen Termine. Vielmehr finden die Trainings nach Bedarf statt. Was die Rahmenbedingungen angeht, sind wir flexibel: Bei Interesse legen wir im persönlichen Gespräch gemeinsam einen Termin fest und besprechen Ort und Umfang des Trainings.

Sie haben Interesse am „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

christina.schned@bbw.de

Tel.: 089 44108-134

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vbw
Förderer WiMi intowork
SW

sprungbrett into work wird finanziert durch die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Technologie. Das Projekt wird von SCHULEWIRTSCHAFT Bayern im bbw e. V. umgesetzt.

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